Alfons Sailer und Christian Rzepka geniessen ein paar Minuten in der ersten Sonne
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Leiter, Helfer und Teilnehmer zeigen stolz ihre T-Shirts
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Abenteuer Siedeln - Mehr als ein Zeltlager

Wer von euch hat das Internet gelöscht? von Medienteam am 04.06.2010

Knapp 18 Monate dauerte die Planung für Abenteuer Siedeln 2010.

"Wir haben Januar 2009 auf der letzten Nachbesprechung von Siedeln 2008 mit den Vorbereitungen für heuer begonnen", so der 33-jährige Christian Rzepka, Leiter der Projektgruppe.

Die 15 hoch motivierten Ehrenamtlichen, die sich zu Beginn alle 2 Monate, später fast wöchentlich trafen, kümmern sich dabei um alles: Material, Helfer, Anmeldeverfahren, Webseite und vor allem das Konzept. Und in dieses wurde besonders viel Mühe gesteckt. Denn die jungen Wasserwachtler und Jugendrotkreuzler wollen vor allem eines vermeiden: "Wir wollen nicht nur eines von vielen Zeltlagern organisieren. Denn ein bisschen Anspruch haben wir auch". Die ehemaligen und teilweise noch aktiven Jugendleiter, die sich von vielfältigen gemeinsamen Ausbildungen und Aktionen auf Kreis- und Bezirksebene kennen, haben sich dabei das zentrale Thema "politische und wirtschaftliche Zusammenhänge" vorgenommen.

Im Vordergrund steht das bewusste Erleben von wirtschaftlichen Zusammenhängen. Die Rahmenhandlung des Zeltlagers ist so ausgelegt, dass jeder Bewohner am eigenen Leib mit der gesamten Palette konfrontiert wird. Sei es durch die Steuern, die an die Handelsstädte abgeführt werden müssen. Oder durch die Tagesaufgabe, die nur durch gemeinsame Arbeit und mit Hilfe von Handel mit Waren durchzuführen ist. Die Identifikation mit dem Handlungskonzept wird weiter gestärkt durch eine eigene Lagerwährung, dem Dunant, benannt nach dem Gründer des Roten Kreuzes. Dafür wurden extra Plastikchips in 10er und 100er Stückelung gefräst. Den Entwurf dafür erstellte Lisa Baur, eine 24 alte Mediendesignerin aus Neu-Ulm.

Ein Kernteam von vier Personen um Christian Rzepka war für die Details des politischen und wirtschaftlichen Konzeptes zuständig: Alfons Sailer, Bastian Martin und Barbara Stolze, wobei "natürlich jeder in der gesamten Projektgruppe seinen Teil beigetragen hat.", so Christian Rzepka, „jeder Einzelne hat eine oder mehrere Teilaufgaben übernommen.“

Offizieller Veranstalter und Finanzier von Abenteuer Siedeln ist der Bezirksverband Schwaben des Bayerischen Roten Kreuzes. Dort ist man begeistert. "Toll, wie die Projektgruppe nicht nur ein hervorragendes Grundthema gewählt, sondern dieses auch erlebbar umgesetzt hat. Es war faszinierend mitzuerleben, wie die Realisierung in den Handelsstädten funktionierte und dass die Kinder sich auf diese Weise spielerisch scheinbar komplexe Zusammenhänge angeeignet haben", sagt Christine Kratzer-Haugg, 2. stv. Vorsitzende des Bezirksverbandes Schwaben., die das Projekt auch als Helferin begleitete.

Als hauptberufliche Unterstützung wurde der Projektgruppe Jochen Paffinger, Beauftragter der Bezirkswasserwacht, zur Seite gestellt, der durch seine feste Erreichbarkeit den ehrenamtlichten Kollegen eine Menge Koordinationsaufwand abnehmen konnte. Der 33-jährige, der bereits seit 25 Jahren ehrenamtlich beim Roten Kreuz tätig ist, investiert aber ebenfalls einiges seiner Freizeit. Während des ganzen Zeltlagers ist er Tag und Nacht am Informationspunkt der Umweltstation, in der das Zeltlager statfindet und beantwortet Fragen der großen und kleinen Teilnehmer.

Bei der Umsetzung ihrer Ideen kann sich die Lagerleitung, (so heißt die Projektgruppe während des Zeltlagers), auf einen Pool von mehr als 40 Helfern verlassen. Aber auch wenn für eine Aktion mal mehr Betreuer benötigt werden, finden sich genug Helfer aus den Reihen der teilnehmenden Jugendleitern. Denn Kameradschaft wird beim Roten Kreuz groß geschrieben.

Die Teilnehmer danken es. Bianca, 12 Jahre, vom Jugendrotkreuz in Memmingen ist Bewohnerin der Handelsstadt Tokio. Sie sagt, dass sie durch das Zeltlager eine Menge über die wirtschaftlichen Zusammenhänge gelernt habe. Auch wenn sie nicht selbst Handelwaren tauschen konnte, hat ihr die Idee mit den Tagesaufgaben, für die verschiedene Waren notwendig sind, sehr gut gefallen. Zuhause möchte sie sich nun mehr mit dem Thema Wirtschaft beschäftigen. Die Frage, ob sie nie dran gedacht hätte, wegen des schlechten Wetters an den ersten drei Tagen vorzeitig heimzufahren, war überflüssig: "Nein, das Wetter war zwar blöd, aber da kann man halt nichts machen." So wie Bianca hielten auch die meisten der anderen rund 500 Jugendlichen durch. Nur eine Gruppe fuhr vorzeitig am Donnerstag heim. Und verpasste den traumhaften Abschluss mit bestem Sommerwetter.